Was ist ein Barcamp?

Was ist ein Barcamp?

Für ein Tagungs- oder Konferenzprogramm werden Sprecherinnen und Sprecher eingeladen. Sie geben Vorträge; die Teilnehmenden hören zu. Einziger Vorteil: man weiß, was zu erwarten ist. Ansonsten ist es schwer, mit anderen in Kontakt zu kommen und das eigene Mitgestalten ist sowieso nicht möglich.

Auf einem Barcamp ist das ziemlich genau anders herum.
Alle die teilnehmen, können auch einen Beitrag anbieten, eine Frage stellen, einen Vortrag halten, eine Methode vorstellen, und so weiter: Es gibt kein vorher festgelegtes Programm, es gibt keine  geplanten Sprecherinnen, es gibt keine festgesetzten Inhalte. Alles wird von den Anwesenden vor Ort und am Anfang der Veranstaltung beigetragen, geplant und gestaltet. Deswegen wird auch häufig von Teilgebenden gesprochen.

Dabei ist wichtig: Niemand muss etwas anbieten. Man kann sich auch in Ruhe anschauen, was passiert. Jede die ein Angebot besteuert, gewinnt jedoch an Erfahrung, erhält Feedback, bekommt Zuspruch und ist letztlich froh, es gemacht zu haben. Beiträge können vorbereitet sein, müssen sie aber nicht, denn manchmal entwickeln sich die spannendsten Diskussionen um eine einzige Fragestellung. Zum Beispiel: Was sind Open Educational Resources? Wie kann ich für meinen Unterricht auch ohne Schul-WLAN die Vorteile digitaler Tools nutzen? Was ist der Unterschied zwischen Flipped Classroom und vorbereitenden Hausaufgaben? Und so weiter.

Wie läuft das ab?

Um 10 Uhr sind alle Barcamper anwesend. Dann stellt sich die Moderation vor, einige einführende Worte werden gesprochen, den Sponsoren gedankt. Anschließend stellen sich alle Anwesenden mit Namen und drei Begriffen pro Person vor. Zum Beispiel so: “Hallo ich bin Tina, meine Themen sind Deutsch als Fremdsprache, Tabletklassen und Reformpädagogik.”

Dann beginnt die sogenannte Sessionplanung. Eine Session ist ein Beitrag und sie dauert immer 45 Minuten. Wer eine Session anbietet, der stellt sich und seine Session kurz vor. Danach wird die Session in einen Zeitplan eingetragen. Wenn alle Sessions vorgestellt wurden, ist das Barcamp fertig geplant und es kann los gehen.

Mehr Details zur Session und wie ich so etwas selbst anbieten kann...

Eine Session findet in einem Zeitrahmen von 45 Minuten statt. Das ist aber so ziemlich alles, was vorgegeben ist. Eine Session kann durchstrukturiert und frontal sein (ein Vortrag) oder offen und interaktiv (eine Frage wird gestellt und die Anwesenden diskutieren darüber). Es kann Produktvorstellungen geben, es kann Methodenvorstellungen geben, es kann Workshops geben, an denen konkret an etwas gearbeitet wird, es kann ein Video-Input gegeben werden, der im Anschluss diskutiert wird, es können Projekte vorgestellt werden und so weiter.

Häufig sind weniger vorbereitete Sessions sehr diskussionsintensiv und damit für alle Teilnehmenden lohnenswert. Es kann ebenso lohnend sein, sich und der Gruppe ein konkretes Ziel zu setzen, z.B. etwas zu erarbeiten: Die 5 wichtigsten Empfehlungen für digitalen Unterricht oder die Gruppe sammelt und dokumentiert Erfahrungswerte im Umgang mit einer bestimmten Technologie oder erstellt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie sich KollegInnen konkreten Themen im pädagogischen oder technologischen Bereich annähern können – und so weiter!

Wer eine Session anbieten möchte, dem hilft vielleicht dieser Hinweis: Alle Sessions werden am Anfang kurz vorgestellt. Das heißt, man kann sich schon im Vorhinein den Titel und eine kurze Beschreibung der Session zurecht legen. Unweigerlich begibt man sich damit in den Prozess, zu überlegen, welche Erwartungen andere an so einen Titel haben könnten. Und dabei wird man sich auch mit der Einführung in die Session befassen: Wie stellt man das vor, was man fragen oder erarbeiten möchte. Oft reicht schon ein Einstieg, es reicht sogar eine Unsicherheit, die geäußert wird, eine kurze Erfahrungsbeschreibung, um den Anstoß zu geben!

Die wichtigste Frage, die man sich stellen muss ist: Was will ich wissen? Bzw. was will ich erreichen? Wenn man diese beantwortet hat, ist der Weg in die perfekte Session nicht lang!

 

Meistens hat man dann eine Auswahl von 3-4 Sessions pro Zeitabschnitt. Ob und zu welchen Sessions man geht, kann man selbst wählen oder sich auch mit Kolleginnen abstimmen, um möglichst viel mitzunehmen.

Zwischen den Sessions gibt es Gelegenheit zum Austauschen, Kaffee trinken und Kennenlernen. Und natürlich gibt es eine Mittagspause zu der eine Mahlzeit bereitgestellt wird. Danach gibt es weitere Sessions bis in den Nachmittag.

Die meisten Barcamps enden mit einer kurzen Abschlussrunde und Verabschiedung.

Übrigens: Auf einem Barcamp duzen sich alle. Das ist manchmal eine Herausforderung. Aber es lohnt sich, den Mut dafür aufzubringen. Denn das “Du” ermöglicht Augenhöhe in jedem Gespräch und trägt damit ungemein zur Produktivität und Entstehung sowie Vertiefung sozialer Kontakte bei.

Das Format in einem kurzen – ulkigen – Video vorgestellt:
(Erläuterung: der Protagonist wird zu Beginn vom “Konferenz-Dino” gejagt)

Welche Besonderheiten gibt es beim EDTECH LEIPZIG Barcamp?

Typisch für Barcamps ist die hohe Aktivität der Teilgebenden in den Social Media. Daher hat jedes Barcamp einen Hashtag, unter dem sich Fotos, Zitate, Hinweise und Kommentare auf den jeweiligen Plattformen sammeln. Der Hashtag für das EDTECH LEIPZIG Barcamp lautet: #etLEb17

Das Barcamp wird in Leipzig für einen Tag stattfinden. Üblich sind häufig mehrere Tage. Eine weitere Besonderheit ist der Veranstaltungsort. Das Social Impact Lab ist idyllisch am Rande des Karl-Heine-Kanals gelegen. Aufgrund der Größe und Anzahl der Räume können zur Veranstaltung auch nicht mehr als 50 Teilgebende zugelassen werden. Üblich sind 80-200 Personen. Erfahrungsgemäß ist jedoch weniger auch häufig mehr!

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